Ausgangslage und Beschlussvorschlag

Der historische Gebäudebestand mit seinen Lüftlmalereien und den denkmalgeschützten Anwesen prägte den besonderen Charakter unseres Dorfes. Seine Erhaltung ist nicht nur Sache der Eigentümer, sondern eine Aufgabe, die das ganze Dorf betrifft und von der das ganze Dorf profitiert. Viele Kommunen haben deshalb bereits eigene Zuschüsse eingeführt, etwa für Fassaden, Fenster, Dächer oder die Restaurierung historischer Bauteile. Auch in Oberammergau ist der Bedarf nach Investitionen in die Erhaltung historischer Fassadenmalerei gestiegen. In der Sitzung am 30.09.2026 lag dem Gemeinderat dazu ein Beschlussvorschlag vor: Die Verwaltung sollte die fachlichen, rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen prüfen, mögliche Fördermittel ermitteln und anschließend einen Umsetzungsvorschlag vorlegen. Der Vorschlag wurde - in abgeschwächter Form - einstimmig angenommen.

Chancen und Bedenken

Für ein solches Programm sprechen der Erhalt des Ortsbildes und die Aussicht, private Investitionen anzustoßen. Die Verwaltung wies zudem darauf hin, dass die Gemeinde für vorbereitende Schritte wie eine Gestaltungsfibel, eine Ortsgestaltungssatzung oder Konzeptarbeiten selbst Fördermittel erhalten kann, etwa über die Städtebauförderung. Zugleich gibt es berechtigte Bedenken. Ein Förderprogramm bindet dauerhaft Haushaltsmittel, und schon die Vorarbeiten verursachen Kosten. Eine verbindliche Ortsgestaltungssatzung hätte Eigentümern Vorgaben zu Fassaden, Fenstern oder Werbeanlagen gemacht, und ein aufwendiges Antrags- und Nachweisverfahren hätte Verwaltung und Antragsteller gleichermaßen belastet.

Unsere Position: klein und einfach

Wir als Bürgerinitiative halten es für richtig, diese Fragen zuerst zu klären, bevor über Geld und Regeln entschieden wird. Uns geht es darum, das Dorf auch optisch ansprechend zu erhalten und die Eigentümer dabei zu unterstützen. Dabei soll das Ganze klein und einfach bleiben: mit wenigen klaren Förderkriterien, einem schlanken Antragsverfahren und ohne großen bürokratischen Aufwand. Auch umfangreiche und teure Planungen wollten wir vermeiden. Eine einfache Gestaltungsfibel mit Empfehlungen kann aus unserer Sicht genügen, wo eine aufwendige Satzung nicht zwingend nötig ist. Der Prüfauftrag soll zeigen, was ein solches Programm kostet, welche Zuschüsse möglich sind und welche Lösung zu Oberammergau passt. Ob und in welchem Umfang es kommt, entscheidet der Gemeinderat erst auf Grundlage dieser Ergebnisse.