Der Gemeinderat hat den gemeinsamen Antrag von Bürgerinitiative Oberammergau (BIO) und Parteiloser Wählergemeinschaft (PWG) zur Einrichtung von Fachgruppen einstimmig beschlossen.
Damit ist der Weg frei, künftig interessierte Bürgerinnen und Bürger stärker und strukturierter in die Bearbeitung fachlicher Themen einzubeziehen.
Die Grundidee ist einfach: In Oberammergau gibt es viel Wissen, berufliche Erfahrung und Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement. Dieses Potenzial soll künftig besser für die Arbeit des Gemeinderats genutzt werden. Die Fachgruppen können sich mit konkreten Sachfragen beschäftigen, Informationen zusammentragen und Empfehlungen für Gemeinderat und Ausschüsse erarbeiten. Bereits in unserem Antrag hatten wir darauf hingewiesen, dass kommunalpolitische Fragestellungen immer komplexer werden und gleichzeitig viel Fachwissen in der Bürgerschaft vorhanden ist.
Beratung statt Entscheidung
Wichtig ist die klare Rollenverteilung: Die Fachgruppen sind keine zusätzlichen Gemeinderatsausschüsse und treffen keine politischen Entscheidungen. Die Verantwortung für Beschlüsse bleibt vollständig beim Gemeinderat und den zuständigen Ausschüssen.
Die Gruppen sollen vielmehr zusätzliche fachliche Perspektiven liefern und damit die Vorbereitung von Entscheidungen unterstützen. Die Mitarbeit soll grundsätzlich allen Interessierten offenstehen. Auch Gemeinderatsmitglieder können sich beteiligen. Ergebnisse und Empfehlungen werden dokumentiert und an die zuständigen politischen Gremien weitergegeben.
Ein gemeinsames Signal des Gemeinderats
Dass der Antrag einstimmig verabschiedet wurde, freut uns besonders. Damit wird die Idee nicht nur von BIO und PWG getragen, sondern vom gesamten Gemeinderat. Wir bedanken uns bei allen Fraktionen für die gute Zusammenarbeit im Vorfeld dieses Antrags.
Aus unserer Sicht ist das ein gutes Signal für eine sachorientierte Zusammenarbeit: Bürgerbeteiligung soll nicht nur darin bestehen, über bereits ausgearbeitete Entscheidungen zu informieren. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Wissen frühzeitig einzubringen und an konkreten Fragestellungen mitzuwirken.
Jetzt kommt es auf die Praxis an
Das Modell ist bewusst als lernendes System angelegt. Nach zwölf Monaten soll überprüft werden, wie sich die Fachgruppen bewährt haben und ob Anpassungen notwendig sind. Anschließend kann der Gemeinderat entscheiden, wie das Modell dauerhaft weitergeführt werden soll.
Mit dem einstimmigen Beschluss ist nun der organisatorische Rahmen geschaffen. Entscheidend wird sein, dass sich Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen beteiligen und die Fachgruppen mit Leben füllen.
Wir freuen uns darauf, diesen neuen Weg der Zusammenarbeit gemeinsam auszuprobieren.
