Das Vorhaben im Überblick

Das Architekturbüro Ackermann plant ein zweigeschossiges Gebäude mit Holzfassade und rund 1.800 Quadratmetern Nutzfläche für den Standort in der Eugen-Papst-Str. Es soll eine Fahrzeughalle mit Waschhalle, moderne Räume für die Einsatzkräfte, eine Photovoltaikanlage und eine eigene Notstromversorgung erhalten und energetisch dem aktuellen Stand entsprechen. Die Kosten liegen nach dem Planungsstand bei rund 12,1 Millionen Euro, darin sind etwa 1,4 Millionen Euro Mehraufwand für die schwierigen Baugrundverhältnisse an der Ammer enthalten. Bei einer Kostensteigerung von 30 Prozent wären es rund 15,7 Millionen Euro.

Eine detaillierte grafische Übersicht der geplanten Kosten findet ihr hier.

Standort, Chancen und Risiken

Für den Neubau spricht, dass der Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Gemeinde ist und ein modernes Gebäude mit eigener Notstromversorgung die Einsatzfähigkeit auch bei Stromausfall sichert. Beim Standort zählen kurze Wege im Ort und damit kurze Ausrückzeiten. Dem stehen Nachteile gegenüber. Der Baugrund an der Ammer verursacht erhebliche Mehrkosten, und die Lage am Fluss verlangt besondere Sorgfalt beim Hochwasserschutz. Der 76 Meter lange Baukörper prägt das Ortsbild, und die wegfallenden Parkplätze gehen zulasten von Einheimischen und Gästen. Die Finanzierung ist ebenfalls offen. Die im Haushalt erfassten rund 8,7 Millionen Euro sollen mit Entnahmen aus dem Eigenbetrieb Kultur und mit Grundstücksverkäufen gedeckt werden, und selbst das wird nicht ausreichen sodass die Gemeinde im erheblichen Umfang Neukredite aufnehmen wird müssen. Hinzu kommt, dass die Gemeinde neben dem Neubau auch das Bestandsgebäude sanieren und dauerhaft unterhalten müsste, sodass zu den Baukosten weitere laufende Belastungen entstehen.

Unsere Position: Sicherheit und Finanzierbarkeit zusammen denken

Ob Neubau oder Renovierung: Entscheidend ist, dass die Feuerwehr dauerhaft gut arbeiten kann. Beides ist aus unserer Sicht denkbar und sollte deshalb nebeneinander betrachtet werden. Die Frage ist für uns weniger, ob wir uns ein neues Feuerwehrhaus wünschen, sondern ob wir es uns leisten können. Schon ohne Kostensteigerung fehlen rund 3,4 Millionen Euro, bei 30 Prozent Mehrkosten wären es rund 7 Millionen Euro. Dazu kämen die Kosten für Sanierung und Unterhalt des Bestands, und auf den kommunalen Wohnungsbau in der Moosgasse hat der Gemeinderat wegen der anstehenden Großprojekte bereits vorerst verzichtet. Wir setzen uns deshalb dafür ein, Neubau und Sanierung auf Grundlage aller Kosten miteinander zu vergleichen, damit der Gemeinderat eine tragfähige Entscheidung treffen kann. Ziel ist eine Lösung, die der Feuerwehr langfristig gute Bedingungen bietet und die Gemeinde finanziell nicht überfordert. Wichtig ist, dass dies zeitnah geschieht. Der Gemeinderat hat deshalb einstimmig dafür plädiert, zuerst die Finanzplanung auf sichere Füße zustellen, bevor weiter geplant wird.