Wir werden immer wieder darauf angesprochen, warum die Gemeinde aktuell Stellen ausschreibt – zum Beispiel im Eigenbetrieb Kultur – obwohl gleichzeitig an vielen Stellen gespart werden muss.

Der scheinbare Widerspruch lässt sich erklären: Ein Teil der Stellen hängt unmittelbar mit der Vorbereitung der Passionsspiele 2030 zusammen. Die Passion ist für Oberammergau nicht nur kulturell von zentraler Bedeutung, sondern schafft auch den finanziellen Spielraum, von dem die Gemeinde in den Folgejahren profitiert. Damit dieser Spielraum überhaupt entstehen kann, müssen die Passionsspiele professionell vorbereitet, organisiert und durchgeführt werden. Dafür braucht es rechtzeitig die notwendigen personellen Strukturen.

Daneben handelt es sich bei manchen Ausschreibungen nicht um zusätzliche Stellen, sondern um Ersatzbesetzungen. Wenn Beschäftigte kündigen oder in den Ruhestand gehen, müssen Aufgaben weiterhin erledigt werden. Eine frei werdende Stelle neu auszuschreiben bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Personalbestand wächst.

Ganz aktuell gibt es zudem einen Fall, bei dem eine bereits ausgeschriebene und vermeintlich besetzte Stelle nicht angetreten wurde. Diese Stelle muss deshalb erneut ausgeschrieben werden. Auch hier handelt es sich also nicht um eine zusätzliche neue Stelle.

Für uns bleibt richtig, dass die Gemeinde ihre Personalkosten im Blick behalten und jede Besetzung kritisch prüfen muss. Gleichzeitig müssen die Verwaltung und die gemeindlichen Betriebe arbeitsfähig bleiben – und die Passion 2030 muss so vorbereitet werden, dass sie wirtschaftlich erfolgreich durchgeführt werden kann.

Sparen bedeutet deshalb nicht, pauschal auf jede Stellenbesetzung zu verzichten. Entscheidend ist vielmehr, genau zu unterscheiden: Welche Stellen sind notwendig, welche ersetzen bestehendes Personal und welche Aufgaben können gegebenenfalls anders organisiert werden?